Dienstag, 26. Juli 2016

Schon wieder Sommerpause

Letzte Meldung zum Ende der dritten Saison. Es wird Zeit, von hier abzuhauen und sich mit der Familie an kühlere Orte zu begeben. Das Bild zeigt, was ich meine:


Und das als Schattenparker, wohlgemerkt! Klassischer Hitzestau im Carport, das Auto hatte quasi einen Sonnenstich. Erst auf der Straße hat sich die Anzeige dann auf erfrischende 46 Grad zubewegt. Den passenden Song zu der Hitz gibt es hier: https://youtu.be/-0WT4SnsffQ, aber es werden wohl nur bestimmte Leser*_Innen aus der Pfalz den Text verstehen können.

Drei Jahre Dubai-Blog habe ich durchgehalten, und für ein viertes Jahr wird es wohl auch noch reichen, dann vielleicht mit weniger Einträgen. Die Gelegenheiten, neue Dinge zu erleben, über die es sich auch zu berichten lohnt, gehen eben asymptotisch gegen null, wenn man nur lange genug an einem Ort lebt. Die Dubai Bucket List sollte aber noch für einiges gut sein, also abwarten.

Einen schönen Sommer, bis September dann! Und bis dahin am besten mal keine Nachrichten mehr schauen.

Dienstag, 19. Juli 2016

Heiße Reifen

Es ist Juli, die Familie ist vor gut einer Woche abgereist, und der Kühlschrank spiegelt das sommerliche Bachelor-Dasein wieder - Gemüse raus, Bierdosen rein. Was soll man am Wochenende tun, bei 40 Grad im Schatten, wenn man mal raus will? Na klar: Mit dem Porsche auf die Rennstrecke, zum Track Day! Das stand schon viel zu lange auf meiner Dubai Bucket List.

Gleich in der Nachbarschaft, im neuen Stadtteil Motor City, gibt es nämlich einen netten Rundkurs, das Dubai Autodrome. Nicht vergessen: Dubai ist ein großer Spielplatz für kleine Expats. In diesem Autodrome kann man alle möglichen Sachen buchen, Experiences genannt. Alles teuer, aber wo hat man das sonst schon.

Zuerst mal ein Bild von meinem RidePorsche Cayman 987c, das Original mit seltener Handschaltung und auch ansonsten komplett barebone. Gekauft 2013, seitdem 50,000 km runtergerissen, jede Fahrt ein Vergnügen, dabei sparsam, extrem zuverlässig und absolut alltagstauglich. Mythos Porsche eben.


Mit 245 PS und dem manuellen Getriebe lässt mich jeder Golf GTI mit DSG problemlos an der Ampel stehen. So schnell kann ich gar nicht schalten. Aber wenn dessen Fahrer morgens in die Garage kommt, dann steht da immer noch bloß ein Golf. Bei mir: Das schönste Auto der Welt! Ja, so ist das, keine Diskussion. Ich will gar nicht angeben, ich bin einfach aufrichtig begeistert von dieser perfekten Fahrmaschine.

Zurück zur "Experience": Der Track Day war in Wirklichkeit ein Track Evening, mit drei mal 20 Minuten auf einem Flutlichtkurs von 2.5 km Länge. Zu Beginn gab es ein kurzes Briefing und zwei Runden hinterm Safety Car. Danach ging's aber ins Eingemachte, und dreimal 20 Minuten hieß dann dreimal durchgeschwitzt, trotz total sissimäßig eingeschalteter, PS-killender Klimaanlage. Volle Konzentration, Reduktion auf die Reflexe, Adrenalin-Rush, Endorphin-Ausschüttung, grenzdebiles Dauergrinsen. Danach war ich platt.


Man muss dazusagen, dass das Event sehr diszipliniert und nach klaren Regeln ablief. Wir Novizen durften nur auf der langen Geraden überholen, Driften und andere Stunts waren verboten. Die Auslaufflächen in den Kurven sind sehr großzügig bemessen. Wenn es einen doch mal aus der Spur trägt, dann ist genug Platz vorhanden. Wer trotzdem an die Bande knallt, ist ein Depp.

Insgesamt also kein Vergleich zu dem, was sich auf dem Nürburgring bei den sogenannten "Touristenfahrten" abspielt, siehe z.B. dieses Horrorvideo. Alles im grünen Bereich hier bei uns, vielleicht mit Ausnahme der Öltemperatur.

Spaß und Herausforderung blieben trotzdem mehr als genug. Die Konkurrenz an diesem Abend:


sowie diverses Gekröse in meiner Liga: Porsche 911 S, Audi S3, BMW M3, Golf R, außerdem einige nicht weiter erwähnenswerte japanische Reiskocher.

Und natürlich hat sich während der Drehzahlorgie bestätigt, was Cayman-Piloten ohnehin wissen: Optimale Gewichtsverteilung dank Mittelmotor direkt hinterm Fahrer, noch vor der Hinterachse, ganz tief unten. Niedriger Schwerpunkt, perfektes Handling in den Schikanen. Genau das ist es, was bei diesem Kleinod deutscher Ingenieurskunst den Spaß bringt. Nicht vmax, sondern die Drehfreudigkeit, der lineare Durchzug und die Straßenlage.

Auf der Geraden hatten ich und meinesgleichen gegen Ferrari & Co natürlich null Chancen, da sieht man nur noch das fotogene blaue Feuer im Auspuff. Durch die Kurven und Schikanen blieb ich dem F12 dann aber dicht auf den Fersen, und das will verdammt was heißen. Bin stolz auf mich!


Komplett vergessen kann man die ganzen Muscle Cars. Die können nur schnell geradeaus fahren. Auch Corvette, M3 und Golf R waren nur auf der Geraden richtig flott. Beeindruckt hat mich der Audi S3 mit seinem Quattro-Antrieb, ein Riesenvorteil.

Zwei der Wagen haben es nicht überlebt und mussten abgeschleppt werden: Ein ziemlich neuer Mini (BMW!) und ein Reiskocher. Unfälle gab's keine, nur der übereifrige Nissan GTR flog öfters mal aus der Spur. Das kommt davon, wenn man einen zu dicken Hintern hat, und dann noch das ESP ausschaltet.

Alles in allem ein Riesenspaß mit dem Cayman. Die S-Version mit PDK wäre jetzt auch nicht schlecht... Egal, das muss wiederholt werden, dann in der Advanced-Gruppe, und natürlich direkt vor dem nächsten Reifenwechsel.

Montag, 11. Juli 2016

Snoopy Hang On

Das Wetter hält einen drinnen gefangen, der Vitamin-D-Spiegel sinkt. Draußen ist strahlender Sonnenschein, man möchte raus und was tun, aber kaum macht man einen Schritt vor die Tür, trifft einen der Schlag und man taumelt zurück ins klimatisierte Haus. Außer schwimmen im Pool geht zur Zeit nicht viel outdoors. Zweimal am Tag mit dem Hund die Runde im Park drehen ist wie Kreislauftraining einschließlich Saunagang. Danach hängt meine Zunge mindestens so tief wie bei Sammy.

Übers Wochenende aber sind wir spontan der Affenhitze der Westküste entkommen und haben uns in die Affenhitze der Ostküste begeben - zu Snoopy Island ins Sandy Beach Hotel, mal wieder. Der indische Ozean bei Fujairah ist zwar auch nur eine trübe Badewanne um diese Jahreszeit, aber ein bisschen schnorcheln geht immer. Es gibt sogar einen Tote-Meer-Effekt: Der Auftrieb ist stark genug, dass man auch ohne Schwimmweste an der Oberfläche klebt.

Wir hatten ein gemütliches Chalet

Wasser, Strand, Strandbar, Bier

Gelassenes Gleiten und Gucken

Korallenstillleben mit Seeigel

Fischlich gab's natürlich auch

Um den Rückweg etwas interessanter zu machen, haben wir ein Stück Autobahn mit einem Wadi-Track getauscht und sind offroad gegangen. Die Strecke kennen wir schon von 2007, als es noch nicht so viele Luxus-Datschen der Einheimischen in den Berghängen gab. Wäre ich ein solcher Reich-Scheich, würde ich mir dies aber wohl ebenso gönnen, denn dort ist es kühler und trockener.

Das Video vom Track ist nicht weiter spektakulär. Interessant ist die verwendete Bildstabilisierung Hyperlapse von Microsoft. Diese gleicht das Gewackel, das durch den holprigen Track entsteht, super aus. Statt der Umgebung wackelt eben die Motorhaube. Die Algorithmik dahinter ist nicht trivial.


Sonntag, 3. Juli 2016

Gurkengefahr

In unserer Gulf News finden sich immer wieder farbenfroh geschriebene Artikel mit geradezu subversivem Humor.


Wie konnte das passieren? Gibt es keine Ziegen mehr, weil sie alle eingesammelt wurden, um dem Sultan sein 1000-Zimmer-Palast in Ankara zu bevölkern? Oder ist der Mann vielleicht ein Veganer, darf also nur mit Obst und Gemüse?

Immerhin könnten sich gewisse Teile des katholischen Klerus ein Beispiel nehmen und es auch mal mit Gurken versuchen. Aber aufgepasst, immer auf die Frische achten!

Dienstag, 28. Juni 2016

Modernere Medizin

Bin ich aber mal froh, dass ich zu meiner Nasenscheidewand-OP vorher nicht im Internet unterwegs war. Mein lieber Scholli, was gibt es da für Horrorgeschichten. Manche erzählen sogar auf YouTube, wie eine Axt durch ihren Schädel fuhr, und ähnlich wirres Zeug.

Aber auch die seriösen Seiten der Krankenkassen und Kliniken stellen das als mittelschweren Eingriff dar: Ein bis zwei Wochen Krankschreibung, drei bis sieben Tage stationärer Aufenthalt im Krankenhaus, im Bett bleiben, tägliches Absaugen, keine Belastung, Kopf nicht vorbeugen, nicht niesen, nicht schnäuzen, aber wenn, dann bittschön nur einseitig mit offenem Mund, wenn möglich dabei nach Osten schauen... Und selbst die Brille solle man "vorsichtig tragen" - wie bitte trägt man eine Brille denn unvorsichtig?

Alles Quatsch. Bei mir lief das so, und es war wegen der extremen Verkrümmung keine ganz einfache Korrektur: Am Montag um 7 Uhr in die Klinik gefahren, OP um 9, schlagartig aufgewacht um 10:30. Null Schmerzen, nur rauher Hals und Riesenhunger. Was gegessen, viel getrunken, ein Buch gelesen. Um 13 Uhr nach Hause, den restlichen Tag im Bett verbracht. Am Dienstag ohne Probleme auf den Beinen, mit Mullverband unter der Nase, damit nichts tropft. Am Mittwoch schon wieder gearbeitet. Am Donnerstag kamen die Tamponaden raus, am Samstag die Silikonstützen. Das war's schon, kein Krankenhaus, keine Schmerzen, nur drei Tage lästige Mundatmung, weil Nase zugestopft. Hat sich gelohnt!

Ein ziemlich krasser Unterschied der Gesundheitssysteme im gesamten Ansatz, finde ich. Diese Erfahrung ist allerdings nicht neu für uns:

Beispiel 1: Kinderkriegen in den USA. Ein Zimmer wie ein Hotel, mit Sofabett für den Papa, und Whirlpool für die Schwangere. Sehr persönliche Betreuung durch Hebamme und Arzt, Geburt im selben Zimmer. Bei normalem Ablauf einen Tag noch drinbleiben, bei Kaiserschnitt drei Tage, dann ab nach Hause, Hebamme on stand-by. In Deutschland: Kreißsaal, und ein viel längerer Aufenthalt im Krankenhaus.

Beispiel 2: Vasektomie, ebenfalls USA. Zur Klinik fahren, 150 Dollar hinblättern, kurzes Interview zur Familienplanung, Spritze in die Kronjuwelen, schnipp-schnapp, wieder heimfahren (selber), hinlegen, zwei Tage dicke Eier, Eispacks, fertig. Damals in Good Old Germany: Drei Tage Krankenhaus, 800 Mark selber zahlen, und - man stelle sich vor - ein Pfleger rasiert einem vorher noch die Schrumpelpflaumen, neiiiinnn.

Woran liegt das also? Das Resultat ist ja dasselbe: Gleiche Lebenserwartung und gesunde Kinder hier wie dort.

Natürlich gibt es etliche Papiere, die die Gründe für diese Diskrepanz detailliert ausbreiten. Ich meine: In Ländern wie USA und UAE wird von den Krankenversicherungen mächtig Kostendruck ausgeübt, was zu deutlicher Effizienzsteigerung führt, denn es gibt dabei echten Wettbewerb. In Deutschland ist dieser Druck zu gering, das Gesundheitssystem vergütet mit niedrigen Pauschalbeträgen und ohne Incentive in Bezug auf Effizienz. Also hat sich der Medizinbetrieb darauf verständigt, an sich einfache Sachen aufzublasen, um eben so ans Geld zu kommen. Und nebenbei verliert man gerade den Anschluß an der Technologiefront, aus genau denselben Gründen.

Es geht also auch anders, bei gleichen Kosten, gleicher oder sogar besserer Qualität, und zum Vorteil des Patienten. Wer legt sich schon gerne drei Tage ins Krankenhaus, wenn man - bei Anwendung moderner Verfahren - quasi zum Mittagessen wieder zu Hause sein kann.

Ein positives Gegenbeispiel möchte ich nicht unterschlagen: Carls OP in Rummelsberg verlief nach diesem Muster: Minimalinvasiver Eingriff, modernste Methode, sehr kurzer Krankenhausaufenthalt, voller Erfolg.

Die Klinik hier in UAE war übrigens topmodern eingerichtet, gut organisiert und auf optimierte Abläufe ausgerichtet. Wie üblich hier bei uns kommt das Personal einschließlich der Ärzte von überall her und arbeitet reibungslos zusammen, man kann das beobachten im Umgang miteinander. Bisher war es üblich, für kompliziertere Behandlungen ins Ausland zu gehen. Dieser Trend verschiebt sich gerade: Vieles (aber nicht alles) kann mittlerweile hier gemacht werden, und es entsteht nun ein Medizintourismus vom Fernen in den Mittleren Osten.

Sonntag, 19. Juni 2016

Im Osten nichts Neues

Notenschluss, Bücherabgabe, Exam Week vorbei, Langeweile am Wochenende. Was für ein Luxus! Einzige Beschäftigung: Die Katze um ihr Leben beneiden. Zeit für mehr Cat Content, das Internet hat noch nicht genug davon!



Einen "redaktionellen Beitrag" zur Erbauung der Leserschaft kriege ich gerade mangels Konzentration nicht zusammen. Morgen lasse ich mir nämlich die Nasenscheidewand endlich mal geraderücken - überfällig seit Jahren. Stationäre OP am morgen, zu Kaffee und Kuchen wieder daheim, so der Plan.

Hm, sollte was mit der Narkose schiefgehen, wäre das der letzte Blogbeitrag, und dann ausgerechnet mit den Katerklöten in Großaufnahme... Zum ästhetischen Ausgleich lieber noch ein anderer Schnappschuss:


Das ist schon schöner. Den Papageien macht die Hitze nichts aus, und mir auch immer weniger. Nach ein paar Jahren wird man hier wohl doch zum Beduinen. Das würde auch meine zunehmende Affinität zu Kamelen erklären. Offenbar ist das eine wechselseitige Anziehung:


Die knapp 40 Grad sind tagsüber problemlos zu ertragen, man ist ja eh auf Arbeit in klimatisierter Umgebung. Zuhause ist die Klimaanlage auf moderate 25 Grad eingestellt, und man spart halt bei der Kleidung. Konkret: Ich laufe nur noch in Badehose daheim rum. Den Bildbeweis erspare ich mir und dem Rest der Welt.

Zum Ausgleich für die Hitze genießen wir den Kaffee frühmorgens im Garten bei 28 Grad und dem Gezeter der Papageien auf dem Baum, siehe oben. Es gibt Schlimmeres! Abends um acht hat es immer noch 32 Grad, Zeit für ein paar Bahnen im gekühlten Pool als Alibi-Sport.


Den Pool kann ich nicht genug preisen. Ich wäre nicht hier, wenn es den nicht gäbe, und wundere mich öfters. dass er mit seinen soliden 21 Metern Länge nicht von mehr Leuten sportlich genutzt wird. Wir haben ihn abends immer für uns, nachdem die Horden von verwöhnten Dubai-Banggerdn mit ihren Nannys zum Abendessen abgezogen sind.

Noch weniger kapiere ich, dass die neuen Compounds nur noch ohne Pools gebaut werden. Ein abschreckendes Beispiel ist unten abgebildet. Das ist die neue Wohnanlage, in die die Emirates-Piloten in Kürze zwangsumgesiedelt werden.


Einige unserer Freunde sind not amused und wähnen sich schon in der Truman Show in echt. Aber es wird schon kein Scheinwerfer vom Himmel fallen, und wer zahlt, schafft nun mal an. nämlich die Airline. Daher ein hoch auf den Pool und die Unabhängigkeit!

Samstag, 11. Juni 2016

Im Oasenzoo

Im Emirat Abu Dhabi an der Grenze zum Oman liegt die florierende Oasenstadt Al Ain. Staatsgründer Sheikh Zayed al Nahyan wurde dort 1918 geboren und schien genauso gern durch den Sand zu prügeln wie ich, nur mit weit stilvollerem Gefährt.


Nebenbei hatte er verfügt, dass in Al Ain keine Hochhäuser gebaut werden dürfen, um den Charakter der Stadt zu erhalten. Das gilt heute noch, wenngleich sich die Stadt seit dem Ölboom natürlich genauso modernisiert hat wie anderswo auch, nur eben ohne High Risers.

Unter anderem ist dort ein schöner Tiergarten, der immer einen Tagesausflug wert ist und sich gut mit einem Trip hinauf zum Jebel Hafeet und einem kurzen Besuch des Heimatmuseums Qasr al Muwaiji verbinden lässt.  Der Al Ain Zoo ist seit seiner kürzlichen Renovierung und Erweiterung eine topmoderne Anlage vor einer schönen Kulisse.



Die arabischen Kinder staunen dort genauso über Löwen, Giraffen und rosa Flamingos wie die im Nürnberger Tiergarten, und hier wie dort gehört zu jedem anständigen Besuch ein Boxenstopp mit Pommes, Pizza und Cola. Letztlich sind die Menschen überall gleich, und die Kinder sowieso. 



Außer dem üblichen Zoo-Inventar konnten wir auch Tiere sehen, die wir aus europäischen Zoos nicht kannten. Wirklich lustig war die Action im Nilpferd-Gehege, an dessen beschatteten Planschbecken die Besucher ganz nah ran können, um dem Nachwuchs beim Spielen zuzuschauen.



Wer sich außerdem für nachhaltigen Städtebau interessiert - Stichworte Smart Cities und Green Buildings - der findet auf dem Zoogelände das kürzlich eröffnete Sheikh Zayed Learning Center. Ein Besuch lohnt sich nicht nur wegen der Ausstellungen sondern der Architektur und der verwendeten Technologie. Diese folgt den neuesten Entwicklungen auf diesem Gebiet und wird durch das Urban Planning Council und dem Rating-System Estidama, einer lokalisierten Abwandlung des internationalen LEED-Standards, zertifiziert.


Ein interessantes TV-Feature dazu gibt es vom österreichischen Magazin Newton, das derzeit auf Spiegel TV abrufbar ist (hier klicken). Zum eigentlichen Hauptthema des Beitrags, Masdar City, schreibe ich vielleicht ein andermal.

Zur Zeit ist mal wieder Ramadan, und der Zoo ist deswegen geschlossen. Aber wer würde sich das bei der Hitze schon antun. Keine Kröte!



Samstag, 4. Juni 2016

Über den Dünen

Zuerst ein Bilderrätsel. Was ist das?


Genau, ein Heißluftballon von innen. Soeben habe ich den dazugehörigen Eintrag aus unserer Dubai Bucket List gestrichen. Mal mit einem Ballon aufsteigen ist eines von diesen Once-in-a-Lifetime-Dingen, die ich mal gemacht haben wollte.

Es ist sogar ein bisschen sportlich: Aufstehen um drei in der Früh, Treffpunkt um vier am Rande von Dubai, danach Fahrt mit Land Cruisern in die Wüste. Dort Einweisung vom Kapitän und zuschauen, wie der Ballon aufgeblasen wird. Das geht überraschend schnell.


Bis zu 20 Passagiere passen in den Korb, wir waren 15. Einsteigen, festbinden und aufsteigen, um dort den Sonnenaufgang über den Dünen zu beobachten. Schön! Und wenn der Brenner geht, fühlt man sich wie ein Kebab-Spieß.


Wegen hoher Luftfeuchte war die Sicht an diesem Morgen nicht ganz so doll. Die Berge waren in der Ferne nur zu erahnen. Im Winter stünden die Chancen auf klare Sicht besser, und hey, man müsste auch nicht so früh raus.


Es gab kaum Wind. Wir sind bis auf knapp 900 Meter hoch, um einigermaßen voranzukommen. Hier überfliegen wir gerade eine typische Dubai-Autobahn mit ihren Plantagen und kleinen Siedlungen. Flughöhe ca. 200 Meter über Grund.


Am schönsten ist es, entweder weit oben zu fliegen, oder dicht über dem Boden. Die Ruhe, die während des Gleitens herrscht, ist schon was feines, von den lästigen Mitfliegern mit ihren dämlichen Selfie-Sticks mal abgesehen. Sollte man zur Strafe über Bord werfen. Mitsamt den Sticks.


Der Flug dauerte eine knappe Stunde, und das reicht eigentlich auch in einem solchen Rahmen. Runter kommt man immer da, wohin der Wind einen getragen hat. Die Landung war sanft, aber das ist nicht immer so. Am Vortag war nicht nur Nebel, sondern auch so viel Wind, dass der Korb bei der Landung kippte und durch den Sand gezogen wurde. Kommt öfters vor, deswegen gibt es Haltegriffe.


Hier noch eine Illustration der Flugbahn. Es war keine weite Reise, und die Land Cruiser mussten nicht weit fahren, um uns am Ende einzusammeln.


Unser kleiner Ausflug war nicht nur wegen der schönen Aussicht interessant, sondern auch wegen der technischen Aspekte und des gesamten Ablaufs. Schon schön, so ein Ballon, nur unter sich müsste man sein.

Samstag, 28. Mai 2016

Graduation, zum Ersten

Das ist ein ziemlich emotionales Wochenende. Lena ist seit einigen Tagen mit den Prüfungen durch und hat das IB Diplom in der Tasche (auch wenn's die Noten erst im Juli gibt). Dies wurde mit Freunden und stolzen Eltern gefeiert, und über allem liegt nun ein großes Good Bye.

Die Greenfield Community School hat das Ende dieses Lebensabschnittes in anglo-amerikanischer Tradition angemessen gewürdigt, inklusive Talar und Hutwurf: Am Donnerstagmorgen zuerst die Valedictory Assembly mit offizieller Verabschiedung der Absolventen. Auszeichnungen für besondere Leistungen wurden vergeben, kurze Reden gehalten und Musik gespielt.



Am selben Abend dann die Valedictory Ceremony im großen Ballsaal des Waldorf-Astoria auf der Palm Jumeirah, wie immer komplett organisiert von den Schülern. Projekte bis zum Ende. Etwas formeller und insgesamt in einem sehr schönen Rahmen - kein Vergleich zu unserer popeligen Aula-Veranstaltung vor, ja, genau 30 Jahren.



Sie werden sich über die ganze Welt verstreuen, denn von dort kommen sie ja alle. Oben im Bild, von links: Polen, Deutschland, England, Namibia, Indien, Russland, Amerika, Äthiopien, Philippinen, Spanien, Kanada.

Zum guten und ziemlich endgültigen Schluss stieg gestern Nacht noch die Abschiedsparty von Lenas lustiger Truppe bei uns daheim.


Lena kann es nun kaum erwarten, endlich ins Flugzeug Richtung Norwegen zu steigen.

Freitag, 20. Mai 2016

Camping in den Bergen

In den Hajar Moutains entlang der Ostküste der UAE kann man nicht nur sehr schön wandern und bergsteigen, sondern auch prima Autotouren durch die felsigen Täler machen und dabei sein Zelt aufschlagen, wo es einem gerade gefällt.



Wir haben die letzte Gelegenheit vor der Sommerhitze genutzt und sind ins Wadi Shees ("Wadi Cheese") gefahren. Es ist bekannt für sein altes Dörfchen (Shees Village), schattige Palmenplantagen  und viel Wasser.




Am letzten Bild oben kann man erkennen, wie die gut gepflegten Wasserkanäle ("Falaj") in die Felsen gebaut wurden und das Wasser zu den Feldern und Häusern leiten. Dieses Prinzip ist seit Jahrhunderten unverändert.

In einem Seitental haben wir eine schöne Stelle für unseren Lagerplatz gefunden. Es war warm bis spät in die Nacht, aber nicht so warm, dass man sich nicht mit ausreichend Bier abkühlen konnte. Klar, dass es an solchen Abenden doppelt so schnell fließt und dreimal so gut schmeckt!


Am nächsten Tag sind wir dann weiter ins alte Wadi Shees vorgedrungen. Erst ging es durch schöne Palmenplantagen, danach wurde es rauer. Bei einer großen Baustelle für eine neue Straße hieß es dann leider "Ende Gelände".



Leider müssen wir feststellen, dass die ehedem fast unberührte Bergwelt, die bisher nur über unbefestigte Pisten zu erreichen war, von immer neuen Straßen durchzogen und dadurch zerstört wird. Da wo früher ein wildes Wadi mit einem holprigen Track in die hintersten Ecken des Gebirges führte, stößt man heute auf vierspurige Fernstraßen, die mitten durchs Gebirge gesprengt wurden.

Der sogenannte Fortschritt hat hier auch seine hässlichen Seiten. Mit der Ruhe im Shees Village ist es vorbei, und der alte, gewundene Weg durchs Wadi Shees ist kaputt und unbefahrbar geworden. Schade! Dabei gibt es genug nagelneue Autobahnen von der West- zur Ostküste, auf denen nix los ist. Das hier kann bereits als "zähfließender Verkehr" gelten: