Mittwoch, 15. März 2017

Camping im schönen Sweyhan

Bald wird es wieder richtig heiß, aber noch genießen wir tagsüber wunderbare 30 Grad - beste Campingzeit also. Wir sind übers Wochenende nach Sweyhan gefahren, einer schönen Wüstengegend im Emirat Abu Dhabi nördlich der Oase Al Ain.


Dank präziser, satellitengestützter Planung vom Oberpfadfinder (ich) fanden wir zielsicher einen schattigen Platz für unser Barbeque mit schöner Aussicht, siehe Bild oben.


In die Gegend kommen nur Locals und ab und zu ein Offroad-Club, aber keine Tour Operators mit ihrem Bauchtanzquatsch. Die Locals, auch die ganz kleinen, haben Spaß mit ihren Quads und Buggies.


Zwei Emiratis kamen vorbei auf der Suche nach einer Taube, die keine Lust hatte, die Beute für ihren schönen Jagdfalken abzugeben. Sie hatte sich in einem Radkasten versteckt, entkam aber ihrem Schicksal nicht.


Natürlich dürfen ein paar künstlerisch angehauchte Fotos vom großen Sandkasten nicht fehlen. Hier sind zwei:


Mein persönliches Highlight war eine Fahrt in einem Edelbuggy. Zu der hatte mich der Besitzer eingeladen, nachdem wir ausgiebig seine Stunts bewundert hatten. Das sauteure Geschoss ist rasend schnell, sein stolzer Fahrer, Emirati und echter Profi, flog nur so über die Dünenkämme mit mir.


Ein actiongeladener Videoclip ist auch wieder rausgesprungen. Nicht der schlechteste, was aber weniger an meiner tarantinomäßigen Schnitttechnik liegt, sondern an den dankbaren Motiven und natürlich den begnadeten Fahrern.



Samstag, 11. März 2017

Guns! And! Roses!!!

Was für ein Hammerkonzert! Drei Stunden solider Hard Rock vor dreißigtausend Fans, da kam Stimmung auf. Für Carl das absolute Highlight des Jahres.



Zu "meiner Zeit", während des Studiums, waren GnR die ganz Großen, doch bevor ich Gelegenheit hatte, ein Konzert zu sehen, haben sie sich praktisch aufgelöst. Izzy Stradlin, der kreative Kopf der Band, Slash ("Vorne ist da, wo die Zigarette rausschaut") und Bassist Duff McKagan waren nacheinander ausgestiegen. Danach hatte Axl Rose alleine weitergemacht.

Mit einer Reunion zwanzig Jahre später hat dann auch kaum einer gerechnet (Rose: "Not in this lifetime!"), und trotzdem ist es passiert. Slash und McKagan sind wieder mit dabei und seit 2016 auf ihrer überaus erfolgreichen Not In This Lifetime Tour mit rund 100 geplanten Gigs.

Wenn sich nun ein paar Altrocker zusammentun, um bessere Zeiten aufleben zu lassen, dann funktioniert das oft genug nicht - weil die Knochen morsch geworden sind, die Stimme brüchig, die Wampe fett. Auch bei GnR war ich sehr gespannt: Axl Rose wurde zeitweilig zum Hefekloß, und Slash war sogar schon mal drogenbedingt klinisch tot, mit zarten 31 Jahren.

Mann, haben die's uns aber gezeigt. Axl ist wieder fit wie ein Turnschuh und war nach dem Schlussakkord deutlich lebendiger als ich, fokussiert über die gesamten drei Stunden. Sein Böse-Buben-Image hat er abgelegt, zum Vorschein kam ein netter Kerl. Slash ist immer noch der beste schlechteste Gitarrist des Rock, aber halt so unendlich cooooool. Ohne den alten Schrubber klingen Guns n' Roses eben nicht wie Guns n' Roses. Und auch McKagan schaut nicht mehr aus wie ein Mädchen. Zusammen haben sie Dubai gerockt - einfach das Finale ansehen!





Donnerstag, 2. März 2017

Pferderennen zum Einschlafen

Pferdezucht ist in Arabien eine große Sache, jeder hat schon mal von Vollblutarabern und der tiefen Verbundenheit der arabischen Völker mit ihren Pferden gehört.

Dies ist auch die große Leidenschaft unseres Chefs, Sheikh Mohammed bin Rashid Al Maktoum, Vice President and Prime Minister of the United Arab Emirates and Ruler of Dubai, so sein Titel. Selbstredend hat er das nötige Kleingeld, um den erfolgreichen, wenn auch vor einigen Jahren von einem Dopingskandal gebeutelten Godolphin-Rennstall zu unterhalten.

Zu all dem Pferdezirkus gehört auch eines der jährlichen Großereignisse, der Dubai World Cup am 25. März. An diesem Renntag, bei dem es 10 Millionen US-Dollar zu gewinnen gibt, versucht die Dubaier High-Society, ein bisschen Ascot zu imitieren und läuft damenseitig mit lustigen Hüten auf. Sehen und gesehen werden, Stößchen! Was sich auf der Rennstrecke abspielt, ist zweitrangig. Die 2000 Meter sind abgallopiert, fast noch bevor der Startschuss verhallt ist.


Der Cup ist das Finale einer "Carnival" genannten Rennserie, die in den Wochen davor stattfindet, Eintritt frei. Wir waren dort, um die Rennatmosphäre einzufangen - und verbrachten den ödesten Abend seit langem.

Skurril: Wir waren offenbar die einzigen Weißen unter Tausenden Afrikanern und einigen Arabern. Die am Eingang erhaltenen Wettzettel riss man uns fast aus der Hand, und damit war klar, um was es ging: Hier traf sich die afrikanische Expatgemeinde zum geselligen Beisammensein, um ihr Glück mit Pferdewetten zu versuchen.



Nebenbei und gänzlich unbeachtet liefen auf den Rundkursen diverse Rennen ab, jedes mit einem Preisgeld dotiert. Mal geradeaus, mal eine halbe oder ganze Runde, mal auf Sand oder Rasen. Jedes Rennen war nach maximal zwei Minuten vorbei, währenddessen sich der Kommentator abmühte, als ginge es um das WM-Endspiel. Keiner schaute wirklich hin, niemand juckte der sportliche Aspekt.


Die anschließenden Aufräumarbeiten durch "Rasenstampfer" und einem Traktorrennen mit ca. 2 km/h waren mindestens genauso spannend. Auf die Trekker hätte man wetten sollen!



Wirklich phantastisch ist der Meydan Racecourse, eine sagenhafte Materialschlacht aus Stahl und Glas für wenige Wochen Action im Jahr. Angeschlossen sind Restaurants, Golfklub, Reitklub, und ein Fünfsternehotel.



Nach kurzer Zeit sind wir ins benachbarte Meydan Hotel gezogen, weil man dort wenigstens ein Bier kriegen konnte. Bayernkiller HSV war gerade zum Wintertraining abgestiegen, Fussballgesichter allerorten, selbst das war interessanter! Immerhin hatte man einen netten Blick auf Downtown:


Mittwoch, 22. Februar 2017

Formel DXB

Unser großer Erwachsenenspielplatz, genannt "Dubai", hat eine von mir bereits hinreichend gewürdigte Rennstrecke, das Dubai Autodrome. Dort kann man an den sogenannten Track Days die Grenzen seines eigenen Wagens ausloten, was riesigen Spaß macht, oder man bucht eine der diversen Experiences, für die verschiedene Edelschlitten zur Auswahl stehen.

Kumpel Steffen und ich haben lange unser Taschengeld angespart, uns monatelang nix gegönnt, bis wir genug für so eine Experience beisammen hatten. Die gewöhnlichen Supersportwagen wie McLaren und Lotus mussten wir links liegen lassen, denn für die sind wir mit unseren 190+ zu groß geraten - wir passen einfach nicht rein.

Das machte aber nichts, denn die sogenannte Formula DXB versprach ohnehin den meisten Nervenkitzel. Das sind Single Seater nach den Spezifikationen der Formel 3, grobe Rennsemmeln mit sequentiellem Getriebe und ohne jegliche Weichei-Features wie Servolenkung, Bremskraftverstärker oder gar Airbag.


Nach einer technischen Einführung zu den Besonderheiten der Maschine hat uns der "Rennleiter" im Van über die Strecke geführt und uns anhand einiger recht beeindruckender Reifenspuren gezeigt, wo die Fahrer gewöhnlich die Kurve nicht mehr kriegen, panisch das Steuer verreißen und in die Reifenstapel knallen. Da war ich dann froh, die Vollkasko für den Tag genommen zu haben.


Während draußen ein Sandsturm tobte, hatten wir also für einige Runden unseren Spaß und dabei in der Tat eine neue Erfahrung gemacht. Freies Rennen war nicht erlaubt, man musste hinter den Pace Cars bleiben. Unseres fuhr aber schnell genug, um meine Kiste zweimal fast zum Schleudern zu bringen. Es gibt praktisch keine taktilen Warnsignale vor dem Ausbrechen - zumindest keine, die ich als Anfänger erspüren konnte. Und wenn die Kiste mal ausbricht, dann richtig. Kein cooles Driften wie beim Cayman, sondern Spinning bis man zum Stehen kommt.



Leider waren GoPros etc. aus Sicherheitsgründen verboten. Obiges Video ist daher nicht von mir, taugt aber genauso. Die Vollkasko musste letztlich von niemandem bemüht werden. Und needless to say, das deutsche Team (Steffen und ich) hat den Schnecken hinter dem anderen Pace Car, alles kurze Engländer ohne Hals, klar gezeigt, wo der Bartl den Most holt.

Mittwoch, 15. Februar 2017

The future is now!

So scheint es jedenfalls, wenn man sich das hier genauer ansieht:


Richtig, da steht ein Feuerwehrmann in der Luft und löscht ein Feuer auf einem brennenden Schiff. Neulich so passiert nahe der Floating Bridge auf dem Dubai Creek. Das System, in Dubai entwickelt, gehört zur schnellen Eingreiftruppe der Wasserwacht. Es besteht aus a) einem sportlichen Feuerwehrmann, b) einem ultraflotten Jetski, c) einem Flyboard zum Abheben und d) natürlich dem Löschschlauch. Das Wasser für Flyboard und Schlauch kommt vom Rückstrahl des Jetskis, ein integriertes System also.

Irre Idee, das gefällt dem Ingenieur im Manne. Mit solchen Gadgets sollte es nicht schwer fallen, Nachwuchs für die Feuerwehr zu finden. Inwieweit es besser ist als ein Löschboot mit x-facher Pumpleistung müsste noch geklärt werden. Zumindest ist unser Stuntman schneller vor Ort, wendiger und punktgenau.

Weiterhin zu vermelden gibt es die lange erwartete (und korrekt vorhergesagte) Eröffnung von Tesla-Stützpunkten in den UAE. Endlich! Elon Musk war am Montag hier und hat mit dem Chef alles geregelt. Zu seiner Keynote Speech im Armani Hotel im Burj hat er alle Tesla-Besitzer eingeladen (alle 50! oder so...), Pech für mich, aber Tesla spielt hier bisher in einer anderen Einkommensklasse: Für ein E-Auto fehlen bislang die ökonomischen Anreize. Hiesige Tesla-Besitzer sind daher Fans und Idealisten, die es sich leisten können, mal eben einen Mechaniker aus Europa einfliegen zu lassen, falls mal einer gebraucht wird.

But do hold your breath, die Verkehrsbehörde hat im Zuge des World Government Summit beschlossen, 200 Tesla-Taxis in Dubai auf die Straße zu bringen. Ich kann's kaum erwarten!

Oh, und einen Hyperloop zwischen Abu Dhabi und Dubai bauen wir möglicherweise auch! Aber das wird noch dauern.

Zu guter Letzt noch ein aktuelles Beispiel für die von mir schon erwähnte geradezu unverschämte Langfristigkeit und Kühnheit der Visionen zur Entwicklung von Stadt, Land und Gesellschaft: Wir fliegen zum Mars und bauen dort eine Stadt. In 100 Jahren erst, aber das will ja schließlich geplant sein.

Da kann man jetzt freilich lachen - aber nur, wenn man nicht weiß, wo das Land vor wenigen Jahrzehnten noch stand und wie weit es seitdem gekommen ist. Also abwarten!

Donnerstag, 9. Februar 2017

Hell freezes over

Nicht nur in Deutschland rollt die Grippewelle, sondern leider auch hierzulande. Carl und ich liegen seit Tagen mehr oder weniger flach mit Influenza A - er wird es wohl aus der Schule mitgebracht haben. Wir sind selbst schuld, denn wir hatten im letzten Herbst versäumt, uns impfen zu lassen. Wird nicht nochmal passieren!

Letztes Wochenende war es so kalt wie selten zuvor. Auf dem Jebel Jais, dem mit knapp 2000 Metern höchsten Berg der Emirate, hat es sogar einige Zentimeter geschneit, ein sehr seltenes Ereignis. Die Einheimischen waren ganz aus dem Häuschen, alles fuhr in den Norden Richtung Berge.


Wir hatten statt dessen ein Picknick in der Wüste veranstaltet und dabei gefroren wie die Schneider! Nach 20 Minuten haben wir wieder alles eingepackt, sind in die warmen Autos eingestiegen und den Kamelen hinterher gefahren.


Langsam ist so eine Kamelkarawane nicht, man muss Schritt halten können. Verfolgt man ihre Spur mit dem Offroader, dann merkt man schnell, wie sie immer den geschicktesten und energieeffizientesten Weg durch die Dünen wählen. Kein Mensch kann das besser.


Samstag, 28. Januar 2017

Sinnloses Geballer

Es ist genau 30 Jahre her, als ich mit einer Knarre in der Hand scharf geschossen hatte. Das war natürlich bei der Bundeswehr, im guten alten Kalten Krieg, als noch klare Verhältnisse herrschten. Ich war wahrlich kein Meister am G3, mit der P1 schon gar nicht, aber Spaß gemacht hat's durchaus!

Deshalb stand auf meiner Dubai Bucket List schon lange ein Besuch auf dem hiesigen Schießstand. Auch Carl war gespannt drauf, weil er an der Jahrmarktschießbude immer abräumt und neulich im Geldersheimer Schützenverein mit dem Luftgewehr mal eben locker das Bullseye perforiert hat.

Heute haben wir uns also für eine Runde Tontaubenschießen (Clay Shooting) im Jebel Ali Shooting Club eingefunden. Wie in Dubai üblich, nehmen sie's dort von den Lebenden, jeder Schuss 10 Dirham (Zwoeurofuffzig!!!). Dafür hätte der Schießstand schon ein  bisschen schöner gestaltet sein können! Clubmitglieder (4000 Dirham Jahresbeitrag) kriegen Rabatt, der sich aber erst rechnet, wenn man pro Woche mindestens einmal schießen geht. Damit kommt man immer noch auf 3300 Euro im Jahr - das Preisniveau hierzulande erstaunt mich manchmal immer noch!

Egal, einmal musste sein. Zuerst gab es eine Einführung, dann haben wir unsere 2x25 Schuss recht zügig verballert. Die doppelläufige Schrotflinte lag gut in der Hand, hatte keinen großen Rückstoß und war auch nicht allzu laut.


Man kann nicht gerade von einer natürlichen, ästhetischen Haltung sprechen, wenn man im Stehen schiesst. Das muss aber so, sagte der Trainer!


Für uns Anfänger fliegen die Wurfscheiben gerade von einem weg. Flögen sie seitlich, wäre es deutlich schwieriger. Eine Scheibe hat die Größe einer Untertasse.


Das war kurzweilig, aber auch kurz. Zusammen haben wir 9 mal getroffen, immerhin. Ich dachte eh, ich gehe mit 0 Punkten nach Hause, also bitte. Das nächste Mal (wenn der finanzielle Schock verdaut ist) probieren wir die Revolver!!!


Montag, 23. Januar 2017

Unser Canale Grande

Ideen muss man haben! Dubais Entwicklung verläuft rasant, dauernd verändert sich das Stadtbild. Neue Straßen, Wolkenkratzer und Wohnviertel entstehen über Nacht, jedenfalls gefühlt, und kaum einer wundert sich. Unsere neueste Attraktion, der Dubai Water Canal, ist dabei trotzdem etwas besonderes.


Die Vision dazu wurde schon vor langer Zeit geboren: Man verlängere einfach den Dubai Creek in einem 12 km weiten Bogen und baue einen Kanal mitten durch die Stadt bis zurück zum Meer. (Der Creek ist ein tief ins Land reichender Meeresarm, der in einem Mangrovenwald endet und an dessen Mündung das Fischerdörfchen Dubai seinen Anfang nahm).


Gesagt, getan, dazwischen wegen der Krise auf Eis gelegt, nun eröffnet. Das Ergebnis ist besser, und das Erlebnis eindrucksvoller, als ich notorischer Skeptiker es erwartet hätte. So ein Wasserweg wertet jede Stadt eben ungemein auf. Schöne Hochhauskulisse:



Abends und nachts ist es dort am schönsten. Die Areale an den Seiten des Kanals liegen baubedingt noch brach und werden nun entwickelt. Es entstehen Radwege, Parks, Wohnviertel, und natürlich auch Restaurants, Burgerbuden und Cafes direkt am Wasser.


Interessant aus bautechnischer Sicht: Die Hauptverkehrsader Dubais, die zwölfspurige Sheikh-Zayed-Road, wurde auf eine Brücke angehoben, ohne einen einzigen Tag den Verkehrsfluss zu unterbrechen.


Die Fußgängerbrücken sind architektonisch interessant und behindertengerecht. Wo eine Treppe ist, ist auch ein Aufzug.



Typisch Dubai: Die blauen Straßenlaternen pulsieren nach einem über die gesamte Länge synchronisierten Muster. An den Masten kann man sein Handy aufladen. Überall hat man kostenloses und schnelles WLAN. Aus Bose-Lautsprechern in den Blumenkästen dringt dezente Musik. In Deutschland undenkbar, denn die Aufbauten wären innerhalb weniger Tage zerstört oder geklaut.



Unter den Brücken wurden großzügige Parkplätze angelegt, diverse Buslinien und die Dubai Metro halten direkt am Kanal. Ach ja, Bootfahren kann man natürlich auch: Z.B. mit der eigenen Yacht, oder für arme Schlucker wie uns eben mit der Dubai Ferry. Hier erkennt man den Selfie-Profi:


Wir Dubaianer lieben es! So geht Stadtentwicklung, wenn man die Freiheiten hat, kühne Ideen umzusetzen.

Sonntag, 1. Januar 2017

Na dann, frohes Neues!

Weil ich vor einem Jahr mit meinem verhalten hoffnungsvollen Blick auf 2016 sowas von daneben lag, sollte ich diesmal besser gar nichts sagen. Außer vielleicht: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Oder: Die Menschheit ist dumm und bleibt es bis auf weiteres. Das bisschen Zivilisation, das wir mühsam zustande gebracht haben, ist ein dünnes Mäntelchen, unter dem ein böses Tier steckt.

Wahrscheinlich geht's mir so wie den meisten: Im Privaten gut, an der Weltlage verzweifelnd. In der Tat haben wir keinen Grund, uns zu beschweren. Alle gesund, gute Jobs, wir gönnen uns was, die Kinder machen sich, und sogar der Pubertäter hat manchmal lichte Momente. Da wäre es schön, wenn man ähnliches an der Gesellschaft beobachten könnte, aber leider ist zur Zeit meistens nur das Gegenteil festzustellen.

Wir werden viel Glück brauchen, und es wird wohl erst noch schlimmer kommen müssen, bevor es besser werden kann. Die Frage ist nur: Wie schlimm? Die vorhandenen Parallelen zu den Dreißigerjahren sind jedenfalls kein Anlass zur Beruhigung. Wir können als moralisch-rational handelnde Individuen einiges zum Besseren drehen, aber Typen wie Putin oder Erdogan werden uns dabei nicht helfen - die haben eine andere Agenda, so gewöhnlich wie abstoßend: Macht und Geld. Und warum? Weil sie alle einen kleinen Schwanz haben, darum! Wollen wir wetten?

Dabei sind diese Egomanen, Psychopathen und Ziegentreiber ja mehr Symptom als Ursache für die gegenwärtige Entwicklung, auch wenn sie diese freilich verstärken: Hin zu Kleinstaaterei und Abschottung, Aufrüstung und Krieg, Diskriminierung von Minderheiten und blankem Rassismus, zur Eliten-Verachtung und Wissenschaftsfeindlichkeit. Hin zum Post-Faktischen eben, oder kurz: zur VERBLÖDUNG. Es wird noch lange dauern, bis dieser Trend überwunden sein wird. Was dazwischen liegt, ist unbekannt.

Jedenfalls kann ich mir nicht helfen mit meinem Pessimismus, sorry für die schlechte Stimmung hier im Blog. Soviel glücksbringende Silvester-Marzipanschweine kann man gar nicht essen wie es brauchen würde. Unser lokaler Supermarkt hatte deshalb ein neues Angebot in der Theke, und aus Marzipan war es sicher nicht: