Dieses Gesicht hätte ich als ganzseitige Anzeige in der Gulf News nicht erwartet. Back to the Future Day war gestern, heute ist Schweiger-Tag im Bollywood-Stil.
Da kommt also sein bereits etwas angestaubter Film Schutzengel von 2012 hier mit großem Tamtam in die Kinos. Die Kritiken sind etwas mau, aber es wäre doch interessant zu erfahren, ob der Film synchronisiert wurde und der Schweiger dann auf Englisch nuschelt. Mal sehen, ob das am Wochenende klappt.
Mittwoch, 28. Oktober 2015
Freitag, 23. Oktober 2015
Weiterbildung fürs Wochenende
Die Frankfurter Buchmesse ist vorbei, doch für einen Buchtipp ist es nie zu spät. Die Reihe "Gebrauchsanweisung" aus dem Piper-Verlag ist bekannt für ihren etwas anderen Ansatz im Bereich der Reiseführer. Es sind eher Zustandsbeschreibungen eines Landes oder einer Stadt, unterhaltsam und fundiert geschrieben. Nur eben ohne die übliche geographisch-historische Abhandlung im Baedecker-Stil, die dasselbe Dauergähnen mit Maulsperre erzeugt wie früher der Erdkundeunterricht. Der Urahn der Reihe ist der Klassiker "Gebrauchsanweisung für Amerika" von Paul Watzlawick, unbedingt lesenswert.
Ebenso lesenswert für unsereins ist der 2014 erschienene Band über Dubai und die Emirate. Sehr kurzweilig geschrieben, voller interessanter Informationen zum Land und warum es so ist, wie es ist.
Dann gibt es noch die recht aktuelle Reportage-Reihe "Wüstenträume" des ZDF mit jeweils einer Folge von Dubai und Oman. Da wird unter anderem die Frage beantwortet, warum es in den Emiraten keinen Terror gibt, obwohl rundherum das Chaos tobt.
Beide Teile sind in der ZDF-Mediathek und auf YouTube abrufbar. Witzig finde ich, dass im Dubai-Film um 27:20 mein geschätzter Kollege Rajasekaran, aka Raj, ins Bild tappt.
Dubai:
Mediathek: http://www.zdf.de/dokumentation/dokumentation.zdf.de-35906118.html
YouTube: https://youtu.be/eOtf1lRKhrs
Oman:
Mediathek: http://www.zdf.de/dokumentation/dokumentation.zdf.de-36177716.html
YouTube: https://youtu.be/c5uByConpoI
Ebenso lesenswert für unsereins ist der 2014 erschienene Band über Dubai und die Emirate. Sehr kurzweilig geschrieben, voller interessanter Informationen zum Land und warum es so ist, wie es ist.
Dann gibt es noch die recht aktuelle Reportage-Reihe "Wüstenträume" des ZDF mit jeweils einer Folge von Dubai und Oman. Da wird unter anderem die Frage beantwortet, warum es in den Emiraten keinen Terror gibt, obwohl rundherum das Chaos tobt.
Beide Teile sind in der ZDF-Mediathek und auf YouTube abrufbar. Witzig finde ich, dass im Dubai-Film um 27:20 mein geschätzter Kollege Rajasekaran, aka Raj, ins Bild tappt.
Dubai:
Mediathek: http://www.zdf.de/dokumentation/dokumentation.zdf.de-35906118.html
YouTube: https://youtu.be/eOtf1lRKhrs
Oman:
Mediathek: http://www.zdf.de/dokumentation/dokumentation.zdf.de-36177716.html
YouTube: https://youtu.be/c5uByConpoI
Last but not least, hier nochmals die Empfehlung für den Spielfilm City of Life, den ich bereits in einem anderen Blogpost erwähnt hatte (diesem hier).
Viel Spaß!
Viel Spaß!
Samstag, 17. Oktober 2015
Zweimal Hochkultur aus Bayern
Es hat Vorteile, mit einer Musiklehrerin der Deutschen Schule verheiratet zu sein. So kommt man über das deutsche Konsulat in den Genuss von Freikarten für hochwertige und eher seltene Klassikevents hier in der Diaspora.
Im edlen Ballsaal des ebenso edlen Hotels, das sich unbescheiden One & Only Royal Mirage Palace nennt, traten auf: Ein Quartett des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, kurz BRSO. Dieses Orchester spielt weltweit in der ersten Liga, und dementsprechend erlesen waren die vier eingeflogenen Musikanten an Piano, Violine, Bratsche und Cello.
Unser aller Konsul Stefan Gallon lud freundlicherweise ein, und wir nahmen dankend an. Auf den anschließenden Sektempfang verzichteten wir, da a) ich nicht so der Stößchen-Typ bin, und b) wir eh schon vom Oktoberfest kamen. Eigentlich wollten wir in der Barasti-Bar nur was essen, aber es kam anders.
Es war gut, mal wieder eine (und noch eine) Maß Löwenbräu in der Hand zu halten. Habe selten so entspannt ein Konzert genossen. Mein dämlicher Gesichtsausdruck kommt natürlich nicht vom Alkohol, sondern vom berauschenden Glück, mit der besten Ehefrau von allen verheiratet zu sein!
Samstag, 10. Oktober 2015
Dann brenn halt, Lambo!
Nun hat es das Nicht-Ereignis vom brennenden Lamborghini - ist immer noch Sommerloch? - tatsächlich in die deutschen Medien geschafft, hier zum Beispiel bei Spiegel Online. Das muss ich mal aufgreifen.
Im Ernst: Autos spielen hier im Mekka der Car Spotter einfach eine größere Rolle als in Deutschland. Man fährt viel und will eine verlässliche, bequeme Fuhre. Da sie recht preiswert sind, muss es auch kein Corolla sein. Also gönnt man sich die Autos, die man schon immer haben wollte, sich aber nie zu leisten wagte. Jetzt oder nie!
Wer sich nun um die Umwelt grämt: Wir haben Sandstürme, aber keinen Smog. Nur Trucks fahren hier Diesel, und das ist gut so. Mir ist schon klar, dass wir im Prinzip an einem Anachronismus festhalten, nämlich dem der großvolumigen, langlebigen Saugmotoren mit anständiger Leistung und richtigem Sound. Autofans wissen was ich meine, alle anderen dürfen sich moralisch gerne im Recht fühlen - denn sie haben ja recht ... ein bisschen.
Weil wir schon bei schnellen Autos sind: Carl und ich waren vor einiger Zeit beim Al Awir Used Car Complex, einem riesigen Areal mit über 100 Showrooms, wo alles verkauft wird, was vier Räder hat. Käufer sind hier nur Lämmer auf der Schlachtbank, aber angucken ist gefahrlos und macht Spaß.
Zudem findet einmal im Jahr die Dubai Car Parade statt. Dann zeigen die Locals und viele andere, was sie sonst nur am Wochenende an der Jumeirah Beach Road cruisen lassen. Für große und kleine Jungs eine prima Show.
Also, erstens: Brennende Supersportwagen sind in Dubai was ganz normales. Eine halbe Million Dollar muss schon dabei draufgehen, damit das überhaupt in die Schlagzeilen kommt.
Zweitens: Wir halten uns hier alle strikt an die Verkehrsregeln. Nota bene, der Fahrer hat vorschriftsmäßig die Warnblinker eingeschaltet, bevor er um sein Leben rannte. L 1515 hat übrigens keine offenen Strafzettel und keine Black Points - vorbildlich!
Drittens: Bei Spiegel Online et al. fallen vor allem die hämischen Untertöne unangenehm auf. Macht euch mal locker, ihr VW Diesel fahrenden Dauerpraktikanten in der Redaktion. Schadenfreude ist ein deutsches Wort!!! Neid auch.
Wir leben hier eher nach dem Motto "Jedem sein Ferrari" und erfreuen uns unserer Spielzeuge. So zum Beispiel an dieser Schönheit.
Wir leben hier eher nach dem Motto "Jedem sein Ferrari" und erfreuen uns unserer Spielzeuge. So zum Beispiel an dieser Schönheit.
Cayman - mehr Porsche braucht kein Mensch... Eine reine Vernunftentscheidung, bitteschön. Brennt nicht ab, preiswert im Unterhalt, mäßiger Verbrauch, legendär zuverlässig, perfektes Engineering und Fahrspaß ohne Ende (wenn Frau nicht dabei).
Im Ernst: Autos spielen hier im Mekka der Car Spotter einfach eine größere Rolle als in Deutschland. Man fährt viel und will eine verlässliche, bequeme Fuhre. Da sie recht preiswert sind, muss es auch kein Corolla sein. Also gönnt man sich die Autos, die man schon immer haben wollte, sich aber nie zu leisten wagte. Jetzt oder nie!
Wer sich nun um die Umwelt grämt: Wir haben Sandstürme, aber keinen Smog. Nur Trucks fahren hier Diesel, und das ist gut so. Mir ist schon klar, dass wir im Prinzip an einem Anachronismus festhalten, nämlich dem der großvolumigen, langlebigen Saugmotoren mit anständiger Leistung und richtigem Sound. Autofans wissen was ich meine, alle anderen dürfen sich moralisch gerne im Recht fühlen - denn sie haben ja recht ... ein bisschen.
Weil wir schon bei schnellen Autos sind: Carl und ich waren vor einiger Zeit beim Al Awir Used Car Complex, einem riesigen Areal mit über 100 Showrooms, wo alles verkauft wird, was vier Räder hat. Käufer sind hier nur Lämmer auf der Schlachtbank, aber angucken ist gefahrlos und macht Spaß.
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| Corvette Stingray, glaube ich. |
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| Zugelassen wird fast alles. |
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| Kommt überall durch. |
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| Fast schon trivial. |
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| Der BMW i8, selten. |
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| Lotus Elise, praktisch ein Gokart. |
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| Drei Sammlerstücke |
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| Lotus Ultima |
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| Brennt gut. |
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| Schon wieder Ferraris. |
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| Schön schrecklich. |
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| Unidentifiziert und unbezahlbar. |
Freitag, 25. September 2015
Vienna in Dubai
Mal wieder ein Beitrag aus der Reihe "Helden der Rockgeschichte, die es immer noch drauf haben".
Der Gig war also weit besser als erhofft und dauerte nicht länger als es braucht um mich mit Guinness abzufüllen. Bei den hiesigen Bierpreisen geht einem glücklicherweise meistens das Bargeld aus, bevor man ernsthaft Schaden nimmt. Wäre auch zu schade, deswegen den Höhepunkt des Konzerts zu verpassen:
Die in dieser Saison für die Yas Arena in Abu Dhabi angekündigten "Top Acts" sind ein dreimaliger Griff ins Klo, nämlich 2x großer Mainstream-Scheiß (Bon Jovi, Dave Matthews Band) und 1x undifferenziertes Geschrubbe (Moetley Crue). Da sind wir froh, dass auf den kleinen Bühnen in Dubai besseres geboten wird.
Gestern hatten wir Midge Ure zu Gast im Irish Village Pub. Der hat nicht nur mit Bob Geldof das Life Aid Konzert 1985 organisiert und den Song dazu geschrieben, sondern war u.a. auch Frontman und Sänger der Band Ultravox. Wer könnte sich nicht an das hymnengleiche Vienna erinnern, oder The Voice, Dancing With Tears In My Eyes, und If I Was?
Gestern hatten wir Midge Ure zu Gast im Irish Village Pub. Der hat nicht nur mit Bob Geldof das Life Aid Konzert 1985 organisiert und den Song dazu geschrieben, sondern war u.a. auch Frontman und Sänger der Band Ultravox. Wer könnte sich nicht an das hymnengleiche Vienna erinnern, oder The Voice, Dancing With Tears In My Eyes, und If I Was?
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| Draußen bei nur noch 30 Grad |
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| Der Mann ist mit 61 Lenzen topfit |
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| Merke: Die coolste Sau ist immer der Bassist |
Obwohl ich damals stolzer Besitzer eines Korg Poly 800 war, konnte ich mit dem New-Wave-Stil nie viel anfangen. Ich war deshalb sehr gespannt, wie er die Synthi-lastigen Stücke live rüberbringen würde. Ganz einfach: Er hat sie konsequent verrockt. Damit wurde sogar das olle Fade to Grey wieder hörbar.
Der Gig war also weit besser als erhofft und dauerte nicht länger als es braucht um mich mit Guinness abzufüllen. Bei den hiesigen Bierpreisen geht einem glücklicherweise meistens das Bargeld aus, bevor man ernsthaft Schaden nimmt. Wäre auch zu schade, deswegen den Höhepunkt des Konzerts zu verpassen:
Nächster Termin: Texas im November.
Samstag, 19. September 2015
Ein königliches Opernhaus
Der erste Höhepunkt der Saison ist bereits genossen: Ein Besuch des Royal Opera House in Maskat, der Hauptstadt des Oman. Der Tenor Jonas Kaufmann gab dort ein einmaliges Gastspiel mit dem Tschechischen Nationalen Symphonieorchester. Der Mann gilt als Weltstar und kommt so schnell nicht wieder.
Wir haben die Kinder sich selbst überlassen, sind mit Oman Air rübergejettet und dort in einem preiswerten Hotel zwischen Oper und Strand für zwei Nächte abgestiegen. Das Hotel muss seine drei Sterne vor sehr langer Zeit bekommen haben. Es war dermaßen basic, dass wir uns fast wieder wie 20 fühlten und damals in dieser Preisklasse unterwegs waren. Wie romantisch!
Abends dann gab es Gemischtes auf italienisch zu hören, mal mit Gesang, mal nur das Orchester. Egal was, es war selbst für mich Klassikbanausen ein Genuss von selten erlebter Harmonie, Präzision und Emotion. Er ließ sich auch nicht lumpen und lieferte fünf Zugaben, teilweise auf deutsch gesungen.
Die Oper wurde 2011 eingeweiht und ist für sich schon einen Besuch wert. Ein sehr schönes Gebäude, das im inneren westliche Klassik und arabische Ornamentik stilvoll kombiniert. Ganz innovativ: An jedem Platz gibt es ein kleines Display, auf dem der gesungene Text auf arabisch und englisch angezeigt wird. Da hab ich endlich mal verstanden, was der Sänger vorne so rausknödelt.
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| Das Royal Opera House in Muscat |
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| Perfekte Akustik, bequemes Gestühl |
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| Man darf auch ohne Krummdolch zum Pinkeln. |
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| Der Star ganz nah, jeder konnte Fragen stellen. |
Der Klassik-Fangemeinde in Maskat gehören viele Einheimische an, und die kennen sich dann auch wirklich aus. Sultan Qabus hat mit dem Opernhaus nicht nur einfach eine scheich-typische Vision realisiert, sondern betreibt damit auch ein ernsthaftes Unternehmen auf hohem Niveau. Ideen und Mut muss man haben, abgesehen vom Kleingeld.
Am nächsten Tag haben wir es uns am Strand gut gehen lassen und abends den alten Muttrah Souk besucht. Oman ist immer eine Reise wert. Die Kultur ist trotz Ölreichtums unverdorben, die Natur phantastisch, die Leute immer freundlich, und es geht viel entspannter zu als im hektischen Dubai. Sehr zu empfehlen.
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| Sicherheitsvideo - Der Zinken zeigt: Omanis haben Humor. |
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| Nebensaison, wir hatten den Strand für uns. |
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| Bald geht's wieder los. Die Krüge hoch! |
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| Der uralte Muttrah Souk im Zentrum |
Sonntag, 6. September 2015
Alles beim alten
Heute hatte nun auch die Deutsche Schule endlich ihren ersten Tag. Fast zehn Jahre und einige Rückschläge hat es gebraucht, bis der Neubau eröffnet werden konnte. Groß und modern, und zur Hälfte noch Baustelle.
Damit hat Saison 3 hier in Dubai für alle begonnen. Es ist das letzte Jahr, bevor der erste Vogel das Nest verlässt, und ich kann mich nicht so recht an den Gedanken gewöhnen. Zuwachs gab es nur bei den Haustieren, davon später mehr.
Der Urlaub in Dänemark war so sonnig wie noch nie und sehr erholsam. Anbei mal ein Bild vom dortigen Wandertag:
Ansonsten gibt es nicht viel zu erzählen. Es kühlt langsam ab (auf hohem Niveau), und in der Wüste bei der Al Ain Oase wurde ein Kameltreiber samt sechs Kamelen vom Blitz erschlagen. Sieben auf einen Streich, sozusagen.
Außerdem hat das Land am Wochenende 45 Soldaten im Jemen bei einem Angriff der Huthi-Rebellen verloren. Rakete, Munitionslager, Volltreffer. Die Soldaten sind meist junge Emiratis, von denen es ja nicht so viele gibt. Hochgerechnet auf Deutschland muss man sich nur mal vorstellen, was 3000 tote Bundeswehrsoldaten für Politik und Gesellschaft bedeuten würden. Die Tragödie wird medial entsprechend aufbereitet, die Toten sind nun "Märtyrer". (Dachte immer, das sind die, die für ihren Glauben sterben zu müssen glauben ... also nicht die, die als Kanonenfutter in schmutzigen Stellvertreterkriegen dienen - in diesem Fall die Saudi-Allianz gegen Iran, Sunniten gegen Schiiten wie üblich.)
Das Flüchtlingsdrama in Europa ist das andere Großthema. Mutti Merkel ist die Heldin der Woche, und Deutschland macht gerade international Punkte. Nach Pegida, Freital & Co und der Griechenland-Züchtigung kann das ja nicht schaden. Wir haben alle das Bild vom kleinen Alan Kurdi gesehen. Hier die Version (Link zu Gulf News), die in deutschen Medien nicht zu sehen ist. Leider nur einer von vielen.
Samstag, 11. Juli 2015
Schon wieder Sommerpause
Die Familie ist in Deutschland bzw. irgendwo verstreut, und nur ich halte hier mit Hund und Katze noch für eine Weile die Stellung. Zum Schluss der zweiten Saison ein paar Hochglanzbilder und ein cooles Video von der vielleicht erstaunlichsten Stadt des Universums:
Dienstag, 7. Juli 2015
Level 42
Das Abschlusskonzert der DISD fand im supercoolen 42. Stock des Media One Hotels statt, mit Carl an der Gitarre und Conny als Zampano für ihre Grundschüler. Vorgetragen wurden Songs aus dem Musical "König der Löwen", was mit einer dreiviertel Stunde Programm hinreichend kurzweilig war. Mein Auftrag bestand darin, die Show zu filmen. Nach anfänglichem Widerstand ist Carl nun begeistertes Mitglied in der Schulband und im Chor. So war es auch bei mir, damals in der Sechsten.
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| Frau Dirigentin |
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| Gross isser geworden |
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| Singdrosseln mit Band |
Außerdem faszinierend: Das Hotel, seine Höhe und die Aussicht. Was man da sieht gab es vor zehn Jahren noch nicht. Nichts davon, keine Rohbauten, keine Straßen. Ich bin ja sozusagen Zeitzeuge. Heute stehen dort die höchsten Wohnhäuser der Welt. Das muss man sich mal vor Augen halten - und dann mit dem Berliner Flughafen vergleichen, der Oper in H., dem Bahnhof in S. etc. pp.
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| Stadtteil Media City |
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| Verkehrsgünstig gelegener Golfplatz |
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| Der Sog der Tiefe - 42 Stockwerke |
Samstag, 27. Juni 2015
Ramadan - Mannomann
Hier ist Ramadan, der islamische Fastenmonat. Dieser verschiebt sich wegen des mondbasierten Islam-Kalenders jedes Jahr um 11 Tage nach vorn. Wir befinden uns gerade im Jahr 1436 des Propheten. Sozusagen Mondzeit. Oder Hinter-dem-Mond-Zeit. Selbst die Subkontinentler sind schon bei 1937 angelangt, und die Juden schlägt mit 5775 sowieso keiner.
Ramadan und die christliche Fastenzeit sind nicht so verschieden: Fasten, Besinnung, zur Ruhe kommen etc. pp. Oder auch mal eine Weile niemanden vom Nachbarstamm abschlachten, nur weil der an eine andere Schuhgröße des Propheten glaubt - Sure 9 Vers 5 oder was auch immer dafür herhalten muss. Naja, als die ach so christliche Welt im Jahr 1436 angelangt war, war sie wohl auch nicht besser.
In diesen vier Wochen soll der Moslem unter anderem mehr beten, mehr spenden, weniger fluchen und lügen, und tagsüber nichts trinken, nichts essen, nicht rauchen und keinen Sex haben. Wie ungesund - nichts zu trinken bei 40 Grad im Schatten. Unser Gärtner, ein Pakistani, steht täglich kurz vom dem Hitzetod und sieht auch so aus. Kann man aber nichts machen, wegen Inshallah.
(Einschub: Inshallah muss hier für jegliches Versagen von Mensch und Material herhalten. Wie zum Beispiel in "Tomorrow I come and fix your air condition, Inshalla, my friend!". Direkte Übersetzung unter Expats: "No fucking chance!" Schlimmer noch: Der Araber, der seine fünf Kinder nicht anschnallt und lieber im Auto rumhüpfen lässt, baut einen Unfall, drei Kinder sterben, war halt Inshallah, nicht seine eigene Blödheit.)
Zum Iftar, dem Fastenbrechen nach einem sehr langen Gebet, war ursprünglich mal ein leichtes Abendessen im Konzept verankert, angefangen mit einer Dattel. Sicherlich wird das woanders auch so gehalten, aber nicht so hier, nein. In den Golfstaaten wird gefressen, was das Zeug hält, bis in die Nacht. Nirgendwo sonst nehmen die "Fastenden" zu statt ab während dieser Zeit, und nie sind die Krankenhäuser so voll von denen, die ein Pfefferminzblättchen zu viel genommen haben.
Als Ungläubiger wird man nicht gleich ausgepeitscht, wenn man nicht mitmacht. Man darf nur tagsüber in der Öffentlichkeit nichts trinken oder essen, auch im Auto nicht. Wir ziehen uns zum Essen einfach zurück, um die Ramadaner nicht unnötig leiden zu lassen. Schul- und Arbeitszeiten sind verkürzt, und um 14 Uhr rast dann dieses komplett dehydrierte Volk gleichzeitig nach Hause, die meisten auch noch auf Nikotinentzug. Da bleibt man besser wo man ist.
Zur religiösen Folklore gehört, dass der Mond tatsächlich gesichtet werden muss, um den Ramadan ausrufen zu können. So weiß man in der Regel erst einen Tag im voraus, dass es nun losgeht. Sollten die Wolken nicht weichen, fragt man halt im Nachbarland an, ob dort das Wetter besser ist.
Am Ende dann das Abschlussfest Id al-Fitr. Zwei Feiertage für alle, wenn sie denn nicht wieder "zufällig" aufs Wochenende fallen. Das geht aber in Ordnung, denn wir kriegen zwei Compensation Days dafür.
Ramadan und die christliche Fastenzeit sind nicht so verschieden: Fasten, Besinnung, zur Ruhe kommen etc. pp. Oder auch mal eine Weile niemanden vom Nachbarstamm abschlachten, nur weil der an eine andere Schuhgröße des Propheten glaubt - Sure 9 Vers 5 oder was auch immer dafür herhalten muss. Naja, als die ach so christliche Welt im Jahr 1436 angelangt war, war sie wohl auch nicht besser.
In diesen vier Wochen soll der Moslem unter anderem mehr beten, mehr spenden, weniger fluchen und lügen, und tagsüber nichts trinken, nichts essen, nicht rauchen und keinen Sex haben. Wie ungesund - nichts zu trinken bei 40 Grad im Schatten. Unser Gärtner, ein Pakistani, steht täglich kurz vom dem Hitzetod und sieht auch so aus. Kann man aber nichts machen, wegen Inshallah.
(Einschub: Inshallah muss hier für jegliches Versagen von Mensch und Material herhalten. Wie zum Beispiel in "Tomorrow I come and fix your air condition, Inshalla, my friend!". Direkte Übersetzung unter Expats: "No fucking chance!" Schlimmer noch: Der Araber, der seine fünf Kinder nicht anschnallt und lieber im Auto rumhüpfen lässt, baut einen Unfall, drei Kinder sterben, war halt Inshallah, nicht seine eigene Blödheit.)
Zum Iftar, dem Fastenbrechen nach einem sehr langen Gebet, war ursprünglich mal ein leichtes Abendessen im Konzept verankert, angefangen mit einer Dattel. Sicherlich wird das woanders auch so gehalten, aber nicht so hier, nein. In den Golfstaaten wird gefressen, was das Zeug hält, bis in die Nacht. Nirgendwo sonst nehmen die "Fastenden" zu statt ab während dieser Zeit, und nie sind die Krankenhäuser so voll von denen, die ein Pfefferminzblättchen zu viel genommen haben.
Als Ungläubiger wird man nicht gleich ausgepeitscht, wenn man nicht mitmacht. Man darf nur tagsüber in der Öffentlichkeit nichts trinken oder essen, auch im Auto nicht. Wir ziehen uns zum Essen einfach zurück, um die Ramadaner nicht unnötig leiden zu lassen. Schul- und Arbeitszeiten sind verkürzt, und um 14 Uhr rast dann dieses komplett dehydrierte Volk gleichzeitig nach Hause, die meisten auch noch auf Nikotinentzug. Da bleibt man besser wo man ist.
Zur religiösen Folklore gehört, dass der Mond tatsächlich gesichtet werden muss, um den Ramadan ausrufen zu können. So weiß man in der Regel erst einen Tag im voraus, dass es nun losgeht. Sollten die Wolken nicht weichen, fragt man halt im Nachbarland an, ob dort das Wetter besser ist.
Am Ende dann das Abschlussfest Id al-Fitr. Zwei Feiertage für alle, wenn sie denn nicht wieder "zufällig" aufs Wochenende fallen. Das geht aber in Ordnung, denn wir kriegen zwei Compensation Days dafür.
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