Sonntag, 21. Januar 2018

Dubai, deine Shopping Malls

Laut einem alten Kalauer kommt der Name Dubai von der Aufforderung "Do buy!". Sieht man sich die Shopping Malls hier an, könnte man dies durchaus für glaubhaft halten. Erstens gibt es viele davon, zweitens sind sie groß bis monströs, drittens edel und teuer. Aber Dubai möchte halt keine Billig-Destination sein, und an den Preisen merkt man es.

Manche sind regelrechte Entertainment-Center, in denen man problemlos den ganzen Tag verbringen kann. Das ist auch gut so, denn manch einem fällt in der sommerlichen Dauerhitze tatsächlich nichts anderes ein, als sein halbes soziales Leben in der Mall zu verbringen. Auch für Jugendliche sind sie der Treffpunkt schlechthin, da von überall her mit der Metro zu erreichen. So hängen sie dann dort ab, essen Pizza und Eiskreme, gehen ins Kino, zum Bowlen, oder auch an die Kletterwand und auf die Eislaufbahn.

Zu einer Mall pilgere ich nur, wenn ich etwas brauche. Aber wenn ich schon mal dort bin, dann finde ich sie tatsächlich klasse und schaue mir den Trubel immer gerne an. Nicht, dass man in Dubai ein Schnäppchen machen könnte, weit gefehlt. Fast alles ist teurer als in Deutschland, und mit dem neuen Jahr kamen auch noch 5% VAT (Mehrwertsteuer) auf alles. Am Publikum merkt man das nicht, denn sie sind wie immer gerammelt voll.

Hier stelle ich mal fünf populäre, große Shopping Malls mit kurzen Bilderserien vor. Wer auf Besuch bei uns ist, sollte sich einige davon unbedingt ansehen, denn in Deutschland findet man Vergleichbares kaum.

1. Mall of the Emirates

Der Klassiker schlechthin. Eröffnet vor ewigen Zeiten (nach Dubai-Maßstäben, nämlich 2005) ist sie immer noch mein Favorit. Über die angeschlossene Skihalle habe ich ja schon berichtet. Außerdem sehenswert ist der Carrefour Hypermarket mit 60(!) Kassen, einer fantastischen Fisch- und Fleischabteilung (ganze Ziege gefällig?), und einem "Spice Souq" mit Dutzenden Gewürzen.




2. Ibn Battuta Mall

Ebenfalls ein Klassiker aus 2005, der im damals noch recht leeren Gebiet um Jebel Ali eröffnet wurde und dementsprechend wenig frequentiert war. Das hat sich längst geändert, und die 250,000 Quadratmeter Fläche in dem kilometerlangen Gebäude garantieren immer noch für reichlich Plattfüße. Der Namensgeber, Ibn Battuta, gilt als der "arabische Marco Polo". Dementsprechend sind die verschiedenen Sektionen der Mall nach unterschiedlichen Weltteilen gestaltet.





3. The Dubai Mall

Angeblich die größte Mall außerhalb der USA, gleich neben dem Burj Khalifa, der Oper und der Dubai Fountain mitten im neuen Stadtzentrum gelegen - immer ein Besuch wert! In der Tat gigantomanisch, mit Eislaufhalle, Aquarium und Alligatoren. Das Parkhaus ist so riesig, dass man sich am Lift auf Knopfdruck ein Merkzettelchen ausdrucken lassen kann, auf dem die Koordinaten des Autos stehen.




4. Outlet Village

Warum es sich "Outlet" nennt, kann ich nicht sagen, denn es gibt den gleichen Klamottenkram zu kaufen wie überall sonst auch. Na vielleicht sind es ja die Kollektionen vom letzten Jahr, an den Preisen kann man das aber nicht sehen. Immerhin, originell gemacht.



5. Souq Madinat Jumeirah

Der Souq ("Markt") ist gleich neben dem ikonischen Burj Al Arab und gehört zu einem von Kanälen durchzogenen Komplex von Luxushotels. Es ist keine klassische Mall, sondern eher ein Ort, wo man Souvenirs kaufen und gut essen kann. Nicht historisch, aber sehr schön nachempfunden.




Freitag, 12. Januar 2018

Neujahrstour

Über Silvester hatten wir unsere Häuser voll mit Gästen, und natürlich wollten alle mal ihre Wüstenerfahrung machen. So sind wir am Neujahrstag bei angenehmen 25 Grad mit zwei Dutzend Leuten nach Al Qudra zum Picknick mit Barbecue und Lagerfeuer gefahren. Ein kleines Video, das ich vor allem für unsere Besucher gedreht habe, erzählt von diesem schönen Tag:


Aber nicht alle kamen diesmal aus der Wüste zurück! Einen alten 92er Wrangler, dem die Zündspule durchgebrannt ist, mussten wir zurücklassen. Das hatten wir noch nie. Außerdem neu: Beim Pajero rutschte ein Reifen von der Felge, und wir hatten kein Haarspray dabei, oh nein! Paar Bilder:



Wie es sich gehört, blieb jeder mal stecken. Wir Jungs hatten Spaß dabei, unser gesamtes Rescue Equipment ausprobieren zu können: Sandbleche, Schaufel, Winde, Bergeseil, Kompressor etc. Tja, wer kann, der kann. Manchmal genügt es aber auch, mit den Händen den Sand unter den Reifen wegzuschieben und die Schwerkraft den Rest erledigen zu lassen:


Samstag, 6. Januar 2018

Auf dem Eisenweg

Das nördlichste Emirat der UAE, Ras Al Khaimah, liegt an der Grenze zur Oman-Exklave Musandam, die wir erst kürzlich besucht hatten. Dort findet das arabische Leben noch etwas ursprünglicher und auch rauer statt, als in unserer Blingbling-Megacity Dubai. Geprägt wird das Emirat von Küste und Meer, einer von Plantagen durchzogenen roten Wüste, vor allem aber von den hohen Gipfeln des Hadschar-Gebirges.


Dass es dort sehr schön ist, wussten wir schon länger, wie man dieser Tourbeschreibung (Link) in der Nähe des Jebel Jais, des mit knapp 2000 Metern höchsten Berges der UAE, entnehmen kann. Dem Emirat scheint das aber erst kürzlich aufgegangen zu sein, denn es ist nun fleißig dabei, es für Besucher attraktiver und zugänglicher zu machen. Unter anderem wird demnächst die längste Zip Line der Welt fertiggestellt. Natürlich werden wir berichten.

Seit einiger Zeit gibt es dort am Jebel Jais eine Via Ferrata, einen Klettersteig, wie er in den Alpen vielerorts zu finden ist. Am Silvestermorgen haben wir ihn ausprobiert und ein paar schöne Bilder mitgebracht. Die Tour war von einem sehr sympathischen Team indischer und jordanischer Bergfexe geführt und hätte für meinen Geschmack noch viel länger sein dürfen. Wir hatten trotzdem sehr viel Spaß.

Zu Beginn ging es gemächlich bergauf. Man war vor allem mit Umsetzen der Karabiner beschäftigt.



Hier stehen wir an der zweiten Zipline. Immer gesichert, da kann nix passieren.



An der dritten und längsten Zipline, die zurück ins Tal führte. Unten die Straße zum Jebel Jais.



Schroffe Berge, steile Hänge, allen aus unserer Seilschaft hat's gefallen.



Besonders schön war, dass Tochter #1 zu Besuch war und wir diese Tour gemeinsam unternommen hatten. Und bevor jetzt der Eindruck entsteht, wir wären abgebrühte Hochalpinisten: Von wegen! Es sieht spektakulär aus, ist aber weder technisch noch konditionell allzu schwierig. Nur Höhenangst darf man nicht haben, das ist alles.


Sonntag, 31. Dezember 2017

Auf ein Neues

Allen Immer-Noch-Lesern einen guten Rutsch ins neue Jahr. Eine "Neujahrsansprache" schenke ich mir diesmal, da die vom letzten Jahr immer noch gilt. Same shit, different year.

Meine unveränderte Grundannahme zur galoppierenden Verblödung (und Verrohung) der Menschheit ist ja schon depri genug, aber wie zur Bestätigung konnte man gestern lesen, dass es jetzt - nur um ein Beispiel aus dem Nahen Osten zu nennen, und nicht weil wir im "Westen" grundsätzlich besser wären - in Ägypten bald illegal sein wird, nicht an Gott zu glauben. Nebenbei wissen die Religionsfuzzis dort ganz genau, dass es exakt 886 Atheisten im Land gibt. Man kann sich sowas gar nicht ausdenken, es ist geradezu surreal. Jedenfalls können sich diese Kameltreiber ihre Pyramiden dorthin stecken, wo die Sonne nicht hinkommt!

Aber ich wollte ja keine Ansprache halten. Seit unserer Oman-Tour ist nicht viel passiert. Wir waren etwas mehr als eine Woche im verregneten, trüben, komplett sonnenlosen Deutschland und haben mit meinen hochbetagten Eltern im Pflegeheim versucht, ein bisschen Weihnachten zu feiern. Am 25. im vollen Flieger dann zurück in die Sonne und die aufkeimende Deutschland-Scheißwetter-Altersheim-Kleinstadt-Depression erfolgreich abgeschüttelt. Gestern im Meer, heute am Berg, morgen in den Dünen. Es geht aufwärts!

Hier noch der Fotowitz zum Thema, aufgenommen in einem Geschäft für Hobby- und Künstlerbedarf. Die Aufnahme zeigt den Karton einer Staffelei, also einem Holzgestell, das jede Lebenshilfewerkstatt sauber hinbekommt. Man beachte den Kontrast zwischen dem Primitiv-Patriotismus des Holzschnitts und den Aufklebern der Qualitätsabteilung darunter.


(Und dann steht auch noch im Kleingedruckten "...contains some imported hardware". Können die Amis keine Scharniere? Können sie schon, wären aber 1 Ct. teurer als die aus Mexiko. Und bei diesem einen Cent hört die Vaterlandsliebe eben auf.)

Etwas Versöhnliches zum Abschluss: Elton John's Worte bei seinem Konzert am 8. Dezember in Dubai:

“At the moment in the world there is a lot of anger and there’s a lot of violence and as a musician it pains me to see this happening. All I want to see is people embracing each other. Each other’s cultures, each other’s religions. We are all the same because if you believe in love and in goodness then we will live as one with each other. I pray, that as I grow older, my children will see the world come together and not tear itself apart.”

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Die Fjorde im Oman

Neulich, an besagtem langen Wochenende, sind wir traditionell wieder mit Campingzeug losgezogen. Diesmal nicht in die große Wüste gen Süden, sondern nach Norden, in die Oman-Exklave Musandam. Diese liegt am nördlichen Zipfel der arabischen Halbinsel, dort, wo die Straße von Hormuz mit 50 km Entfernung zum Iran am engsten ist.

Im "Norwegen Arabiens", nicht mal drei Autostunden von Dubai entfernt, trifft man auf raue, hohe Berge, malerische Fjorde und gesellige Delphine. Eine phantastische, ruhige Gegend, die wir schon vor zehn Jahren bereist hatten. Ein Besuch des Küstenstädtchens Khasab, eine Offroad-Tour durch die wilde Landschaft und eine Bootsfahrt mit einer klassischen Dhow, begleitet von Delphinen, ist immer ein Erlebnis!

 

Ein Bekannter von mir, seines Zeichens ambitionierter Hobby-Drohnenpilot und Filmemacher, war auch mal dort und hat diesen schönen Videoclip mitgebracht:


Mehr muss man eigentlich nicht hinzufügen. Trotzdem, hier noch ein paar Bilder von damals und heute. Jeder Schuss ein Treffer. Zum Glück hat sich nicht viel verändert.







 

Ein besonderer Glücksfall war die Einladung zum Abendessen bei Einheimischen, die mit einem aus unserer Truppe bekannt waren. Das passiert einem nicht alle Tage. Wie es sich für ein arabisches Haus gehört, gibt es für Männer und Frauen getrennte Majlis ("Ort der Zusammenkunft"), in denen wir es uns bei starkem Tee gemütlich machen durften. Die privaten Gemächer liegen dahinter bzw. darüber, man bekommt sie nicht zu sehen.


Nach dieser Begrüßungszeremonie wurde das Essen aufgefahren, mehr als genug und sehr lecker, und wir durften uns dabei auch wieder mischen. Nach dem Essen haben wir die gesamte Familie kennengelernt bzw. den "kleinen" Teil, der gerade anwesend war, samt Frauen und Kindern. Opa, Oma, 13 Kinder, die Enkel zählt dann bald keiner mehr.


Wir hatten jedenfalls einen Riesenspaß und keine Berührungsängste. Wie überall auf der Welt fanden die Kinder am schnellsten zueinander, denn sie haben keine Vorurteile, sondern Snapchat und Instagram - da sind sie alle gleich. Unsere Gastgeber haben uns kurze Sätze auf arabisch sagen lassen, natürlich ebenfalls fürs Handy. Wir haben uns mit deutscher Grammatik revanchiert, und alle haben sich dabei köstlich amüsiert.

Wer's immer noch nicht kapiert hat: Das sind Leute wie du und ich, es gibt keinen Unterschied! ...wenn man vielleicht von den Einrichtungsvorlieben mal absieht...

Zum Schluss noch etwas Werbung für Land Rover. Sind einfach fähige, bullenstarke  Kisten, die einen überall hinbringen, auch auf den höchsten Berg, und vor allem wieder runter.


Samstag, 9. Dezember 2017

Nationalfeiertag

Am 2. Dezember war mal wieder ebendieser. Er würdigt die Gründung der VAE durch die sieben Emirate vor 46 Jahren und folgt auf den sogenannten "Martyrs' Day" am 30. November. Dabei geht es aber nicht um Selbstmordattentäter mit Sprengweste, sondern um die im Krieg gefallenen Soldaten. Da gibt es ja in letzter Zeit so einige, z.B. aus dem Jemen.

Wie auch immer, diese Feiertags-Kombi beschert uns jedenfalls immer ein langes Viertageswochendene. Die Einheimischen machen sich zuvor traditionell einen Spaß daraus, ihre dicken Schlitten in den Landesfarben zu schmücken und prämieren zu lassen:




Sogar unser oberster Bestimmer, His Highness Shaikh Mohammad Bin Zayed Al Nahyan, Abu Dhabi Crown Prince and Deputy Supreme Commander of the UAE Armed Forces, hat sich etwas besonderes ausgedacht: Einen 50%-Discount auf alle Strafzettel, die sich bis zum Nationalfeiertag angesammelt haben. Naja, es ist ja auch gerade das Year of Giving.


Only in the UAE! Man stelle sich mal vor, der Seehofer hätte zwecks irgendeiner Wiederwahl die Bierpreise am Oktoberfest par Ordre de Mufti um die Hälfte gesenkt und die Differenz von Steuergeldern bezahlt. Fast schade jedenfalls, dass ich nicht ein paar mehr Strafzettel hatte, bei dem ganzen Geld, dass ich hätte sparen können...