Montag, 6. April 2015

Ein Nestbaukünstler

Direkt über dem Eingang zur Garage hat ein Vöglein sein kunstvolles Nest gebaut und brütet nun seine Jungen aus.


Die GoPro hat die Mama gefilmt, wie sie ausgiebig die Kamera beäugt. Wer weiß, um welchen Vogel es sich handelt?


(Aufgenommen mit 120 fps und verlangsamt auf 48 fps.)

Samstag, 4. April 2015

Aprilscherz? Weit gefehlt!

Manch einer meiner Millionen Leser hat den letzten Beitrag wegen des Datums nicht ernst nehmen können. Ich muss leider bestätigen, dass diese Tragikomödie genau so passiert ist. Als Beweis (insofern Fotos heutzutage noch Beweiskraft haben) zwei Bilder vom Sandsturm am Wochenende, samt Link zum Zeitungsartikel. Das war ein ziemlich dickes Ding.



Wir sind daheim und verbringen Quality Time als Familie mit diversen Tagesunternehmungen, Ausschlafen bis in die Puppen (bes. Johanna) und viel Zeit zum "Chillen".

Mittwoch, 1. April 2015

Wenn's mal schiefgeht, dann richtig!

In der englischen Militärsprache gibt es das schöne Wort Clusterfuck, welches unseren Versuch, nach Indien zu kommen, gut zusammenfasst. Schon beim Packen am Vorabend ging es los:

Was gesagt wurde:
Mann: Hast du die Pässe?
Weib: Ja.
Was gemeint war:
Mann: Hast du alle Pässe, und hast du sie eingepackt?
Weib: Ein paar liegen hier rum, keine Ahnung wo deiner ist.

Ich packe meinen Pass IMMER selbst ein, nur diesmal nicht (Grund siehe oben). In der Früh auf halbem Weg nach Abu Dhabi hab ich's gemerkt und lies das Taxi umkehren. Pass geholt, zurückgerast, und natürlich: Dichter Nebel, schwerer Unfall voraus, Stau, Flug verpasst, alles Scheiße. Das war ein Ding zuviel für unseren Zeitpuffer. 

Daraufhin Flüge auf die Nacht umgebucht und den Tag in Abu Dhabi statt in Kerala verbracht. Abends am Flughafen die Meldung, dass der Flug zwei Stunden verspätet ist. Am Check-In-Schalter dann die Katastrophe: "Und wo haben Sie Ihre Visa?"

Da war mir sofort klar, das wird nichts mehr. Wir hatten kein Touristenvisa beantragt! Die Agentur, über die wir das Package gebucht hatten, hat nichts gesagt außer: No problem. Schwerer Anfängerfehler! Wenn ein Inder sagt "No Problem", dann müssen alle Alarmglocken angehen! Trotz meiner Erfahrung mit dem Volk habe ich sie nicht gehört. Selber schuld.

Ich wusste zwar, dass es bei den Weltmeistern der Bürokratie seit kurzem eine Visa-on-arrival Regelung gibt. Dafür muss man aber lange vor dem Flug ein kafkaeskes Formular online ausfüllen, Foto hochladen, und noch dazu $90 abdrücken. Das hätte sich SO einfach googeln lassen, aber wir waren eben ein bisschen überlastet und dachten, die Agentur kümmert sich schon, wozu hat man eine. Wie naiv, hahaha...

Außer Spesen also nix gewesen. So einen Bock haben wir noch nie geschossen. Und am Morgen dachte ich noch: Oooch, eigentlich würde ich jetzt gerne liegenbleiben und im Haus abhängen. Careful what you wish for! Oma hätte wohl gesagt: Wer weiß, wozu es gut war...

Wir geben aber nicht auf und werden das nachholen. Jetzt bleiben wir erst mal hier und unternehmen zusammen ein paar Dinge von unserer langen "Dubai Bucket List".

Donnerstag, 26. März 2015

Endlich Ferien!

Faschingsferien gibt es hier nicht, alle haben seit Neujahr durchgearbeitet. Das waren zwölf Wochen am Stück, und ich kann mich noch gut erinnern, wie stressig dieser Teil des Schuljahres immer gewesen ist.

Jetzt sind endlich die Osterferien da, und wir fliegen für eine Woche nach Indien. Conny und ich haben dort vor über 20 Jahren verrückte Dinge erlebt und ebenso verrückte Menschen getroffen. Jetzt will ich das Land mal den Kindern zeigen und außerdem sehen, wie es sich seitdem verändert hat. 

Mit den Kiddies will das freilich etwas besser geplant sein als damals bei uns. Wir haben daher ein Package gebucht für das schöne Kerala im Südwesten. Sehr grün, sehr bergig, viel Strand. Wir haben ein dickes SUV mit Fahrer für uns allein. Die Hotels ("Deluxe", schaun mer mal) sind gebucht und die Route steht fest. Ich kann's kaum erwarten. Näheres in zwei Wochen.

Was es sonst noch Neues gibt: Lena hat ihren Führerschein und kriegt den Jeep. Johanna hat die Zulassung zum IB (dem internationalem Abi) in der Tasche. An der musikalischen Front hatte Carl beim Osterfest der DISD seinen ersten Auftritt mit der kleinen Schulband. Lena und Johanna haben wieder beim Schulmusical mitgewirkt.


Er schrubbt genauso wie ich damals, aber das wird schon. Mittlerweile macht es ihm sogar Spaß, und man muss ihn nicht mehr hinprügeln.


Dienstag, 17. März 2015

Damit hat er nicht gerechnet

Mal wieder etwas skurriles aus der Gulf News. Regelmäßige Leser wissen bereits, dass in Indien eine Toilette im Haus dem Eheglück förderlich ist. Ebenso verhält es sich mit grundlegenden Rechenkünsten. Hier ein Mathetest der besonderen Art, last minute im Wortsinn:



Donnerstag, 12. März 2015

Piloten unter sich

Wir mussten mal wieder raus und haben uns spontan einer Truppe angeschlossen, zu der auch mein Offroad-Kollege und Pilot Geoff aus Kanada gehört. Wie sich herausstellte, waren alle anderen auch Piloten, und entsprechend interessant waren die Gespräche. Ich weiß jetzt, dass sich ein A380 genauso leicht fliegt wie der A320, kaum träger ist, dafür aber stabiler im Wind liegt.

Gebiet um Al Faqa, idylisch und friedlich

Gleich nachdem wir die Straße in Richtung Dünen verlassen hatten, blieb die Hälfte auf gerader Strecke im Sand stecken. Mann, ich kann nur hoffen, dass die Jungs besser fliegen können als sie fahren! Das gilt natürlich nicht für Captain Geoff, der alle rausgezogen hat und dann mit mir in unseren Uralt-Spaß-Autos noch ein paar Runden gedreht hat.


Wir hatten einen entspannten Nachmittag mit sehr netten Leuten. 

Samstag, 28. Februar 2015

Sting mit Döner

Die Top Acts des diesjährigen Dubai Jazz Fests waren James Blunt, John Legend und Sting. Sehr jazzig ist das zwar nicht, doch Sting durften wir nicht verpassen! Der war klasse und lieferte, was wir hören wollten: 90 Minuten lang Hits zum Mitsingen.


Auf der Suche nach Futter gab es gleich zu Anfang eine Überraschung: Original German Doner Kebab! Der war beim Publikum der Hit und wird vermutlich das arabische Shawarma innerhalb eines Jahres verdrängt haben... Da wir aber in Dubai sind, kostet der "Doner" nicht zwo-fuffzig, sondern acht Euro.


Mr. Sumner, gerade mal 63, war gut drauf und mit Leidenschaft dabei. Wie Santana im letzten Jahr, und ganz im Gegensatz zu Clapton, der alten Mimose. Auch unseren Mädels hat es sehr gut gefallen. Die haben schon begriffen, dass die Alten es am besten können, und verschmähen typische Teenagerbands wie One Dimensionoder wie die Bubis sich nennen.





Montag, 23. Februar 2015

Großer Geburtstag und mehr

Alle sind platt hier. Lena feierte ihren 18. Geburtstag am Donnerstag erst mit uns, und tags darauf schmiss sie dann die Party mit ihren Freunden. 15 Gäste aus 15 Ländern, bemerkenswert.


Wenn das eigene Kind plötzlich erwachsen wird, ist das vielleicht kein Grund, sentimental zu werden (na ja, ein bisschen schon). Für ein paar extra Bierchen, gefolgt von konfusen Gedanken über den Sinn und die Kürze des Lebens, reicht das Ereignis aber allemal. Babybilder dürfen hier nicht fehlen:



Das zweite Großereignis, einen Tag später, war Johannas Abschluss ihres Personal Projects aus dem Middle Years Programme der Greenfield Community School. Thema: An investigation into the role of motivation in learning to play the recorder. Alles klar? Jedenfalls hat es was mit Musik zu tun. Siehe hier:


Als Teil des Projekts gab Johanna über Monate hinweg Blockflötenunterricht. Den Höhepunkt am Ende bildete ein klassisches Hauskonzert mit 20 kurzen Stücken aus diversen Epochen der Musikgeschichte. Wie schon bei Lena waren wir alle wieder live dabei. Der Abend war ein großer Erfolg, und Johanna ist jetzt "platt wie 'ne Kirchenmaus" (ihre Worte).



Nebenbei hatten wir noch 2 Tage Dauersandsturm. Außerdem wurde ein Hochhaus angekokelt, dass ausgerechnet The Torch heißt. Es kam glücklicherweise niemand zu Schaden.

Samstag, 7. Februar 2015

Die dritte Dimension

Wenn man schon eine Action Cam wie die GoPro hat, dann überlegt man sich zwanghaft, was man damit tolles machen könnte, außer Filmchen aus dem Auto. Da bietet sich natürlich die 3. Dimension an: Nach oben oder unten.

Als Taucher tauge ich nix, und Skydiving ginge nur unter Vollnarkose, aber was liegt näher, als die GoPro an eine Drohne zu schrauben und selbst am Boden zu bleiben. Wie immer findet man bei Dubizzle früher oder später das richtige, in meinen Fall eine DJI Phantom 2 Vision+. Ein Semi-Profi-Teil in Quadkopter-Bauart.

Die Kamera ist schon dabei und wird mit einer Kardanaufhängung (Gimbal) stabilisiert. Egal in welche Richtung der Heli sich neigt, die Kamera zeigt immer auf den gleichen Punkt, wie die Kanone beim Leo 2. Das Live-Bild wird dabei aufs Smartphone übertragen, welches an die Fernsteuerung geklemmt wird.

Hier mein völlig unbedarfter Jungfernflug über die Green Community. Bitte Ton aufdrehen, um der Bedeutung des Ereignisses die richtige Gravität zu geben:


Im Original ist die Bildqualität deutlich besser als im YouTube-Filmchen. Die Steuerung ist denkbar einfach entlang den 3 Achsen X, Y und Z, plus Drehung. Tut man nichts, hält sie die Position. Verliert man den Funkkontakt, kommt sie von selbst an den Startpunkt zurück. Es ist ein faszinierendes Spielzeug für das Kind im Manne, so viel ist sicher. 

Sonntag, 1. Februar 2015

Desperate Housewives

Jede Siedlung hier hat mindestens eine Facebook-Gruppe, so wie anderswo jedes Dorf. Mein ganz spezieller Favorit heißt Green Community Ladies. Wir Männer müssen draußen bleiben, und eben deswegen ist es so interessant, gell.

Die weitaus meisten dieser Ladies sind ja ihren Männern (hubbies genannt, die Kurzform für husband) in den wilden Osten gefolgt, haben kein Arbeitsvisum, keinen Job  und folglich absolut nichts zu tun. And on top of that: Die Villa putzt die Maid, das Frühstück für die Kinder macht die Maid, den Hund führt die Maid aus, auf die Kinder am Pool achtet - genau - die Maid.

Trotzdem ist diese Art von Weibsvolk (nicht alle sind so und auch nicht alle haben eine Maid) meistens total überfordert. Und weil zwischen Aquagymnastik, Brunchen im 5-Sterne-Ressort und der Pediküre nix passiert, bläst man noch die kleinste Nichtigkeit auf, um den Tag mit Bedeutung zu füllen.

So tat man sich gar arg echauffieren über den suboptimalen Handyempfang - schlimm, ganz schlimm - bis dann der Provider, vermutlich völlig entnervt, zwei Funkmasten mitten in den Park gepflanzt hat. Mein lieber Scholli, da ging's aber erst richtig los. Sogar mancher Hubbie hat sich eingeschaltet, aber auch diese Tiger sind als Bettvorleger gelandet.

You wanted coverage? You got it! 

Für die einen ist es nur ein Funkmast,
für die anderen die längste Palme der Welt.

Manche dieser Jumeirah Janes können einem fast leid tun. Dann aber auch wieder nicht, z.B. wenn sich eine beschwert, dass Arbeiter gelegentlich mit der Bitte anklopfen, ihre Wasserflasche auffüllen zu dürfen. Das geht gar nicht, denn das stört den Mittagsschlaf. Handystrahlen können da absolut nichts mehr wegbrennen.

Mein Vorschlag, eine Gruppe mit Namen Green Community Hubbies zu gründen, stieß bei Conny nur auf begrenzte Zustimmung, also ließ ich es bleiben. Könnte mein gesellschaftliches Aus bedeuten.